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Bericht der Sitzung des AK Arbeit vom 16. 02. 2009

Februar 25, 2009

Als Referent war Sven Paul (Dipl.-Volkswirt), ehemaliger FES-Stipendiat, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Abteilung Gleichstellung, Referat Männer, Migration, Milieus geladen und berichtete über die Rolle der männlichen Bevölkerung in Fragen der Gleichstellung und die darauf abzielenden Schwerpunkte im Familienministerium.

Die Arbeit im Bereich Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf, erstreckt sich in einem Projekt z.B. auf fünf Ebenen. So wird zum Einen auf die Väter selbst eingegangen und tatsächliche Unterstützung angeboten, die parallel zu Frauenberatungsstellen läuft und zum anderen hierbei auf einen Multiplikatoreneffekt gehofft. Die dritte Ebene betrifft die Betriebsräte, durch die die gedanklichen Barrikaden aufgebrochen werden sollen. Auf eine ähnliche Bewusstseinserweiterung zielt die vierte Ebene der Führungskräfte ab, welche für Schulungen aktiviert werden sollen. Die fünfte Ebene der Öffentlichkeit soll durch Kampagnen erreicht werden.

Eingangs wurde festgestellt, dass die Frauen im Erwerbsleben durchaus in Bewegung sind, unsere Gesellschaft allerdings an einem Punkt angekommen ist, an dem die Strukturen so gefestigt sind, dass es fortan nicht mehr nur darum geht für Frauen gleichwertige Berufschancen zu schaffen, sondern auch Männern andere Lebensmuster nahe zu bringen.

Schwerpunktmäßig soll es um Optionserweiterungen im Sinne von freier Entscheidungsfähigkeit, Hilfestellungen und Wahlmöglichkeiten gehen. Dabei, so die Mitglieder des Arbeitskreises ist zu hinterfragen, ob dies nicht zu wenig Chancen in den sogenannten sozialen Randmilieus schafft. Der Milieuansatz, so Sven Paul, biete die Grundlage hier gezielte Programme und Projekte zu entwickeln.

Daraufhin wurde vom Referenten im Rahmen einer Diskussion mit den Mitgliedern des Arbeitskreises hinterfragt, inwiefern Gleichstellungspolitik innerhalb eines Familienkontextes diskutabel sei, da sich dadurch nur Fragen der Familienorganisation anschließen. Vom Arbeitskreis ausgehend wurde hierzu auf die allgemeine Krise der Erwerbsgesellschaft hingewiesen. Innerhalb dieses Kontextes wurden die Maßnahmen Elterngeld und Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen und deren Zulänglichkeit besprochen und hinterfragt, ob der Feminismus hier nicht mittlerweile an diverse Grenzen stoße.

Von der Arbeit im Referat Männer, Migration, Milieus konnte Sven Paul berichten, dass sie auch einen aufklärerischen Charakter besitzt und sich mit Fragestellungen, beispielweise ob das vorherrschende Bewusstsein der Rollenverteilung für das Geschlechterverhältnis prägend sei, beschäftigt.

Konkret bedeutet dies, dass Studien Grundlagen für Kampagnen sind und sich beispielsweise auch mit der Rolle des Zivildienstes als Erfahrung für junge Männer in Pflegeberufen beschäftigt wird.

Als kritikwürdig wurde auf unserer Sitzung auch die Aufteilung der Partnermonate beim Elterngeld angesehen. Sven Paul verwies auf laufende Diskussionen und die Zuständigkeit anderer Bereiche des BMFSFJ. Die Partnermonate zeigten durchaus Wirkung und sind zumindest Anlass einer sehr intensiven Diskussion der Geschlechterverhältnisse.

Abschließend wurde das sogenannte Ausfallrisiko für Unternehmen thematisiert. Hierbei wurde festgestellt, dass es im bestmöglichen Fall für den Arbeitgeber nicht mehr so lohnenswert sei, Frauen nicht einzustellen, da durch Veränderungen der Rollenbilder nun auch Männer im Rahmen der Elternzeit für längere Zeit ausfallen könnten und dies die Rentabilität der Bevorzugung männlicher Angestellter einschränke.

Auf dieser äußerst interessanten Sitzung aufbauend, findet am Dienstag, den 10.03. um 18.30 Uhr eine weitere Veranstaltung des Arbeitskreises Arbeit mit dem Referenten Sven Paul statt. Dort werden wir tiefergehend und kritisch in der Thematik fortfahren. Jeder und jede Interessierte ist dabei herzlich willkommen.

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